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Warwick setzt neue Maßstäbe in der Oberflächenbeschichtung von Bassgitarren

„Gemäß der Warwick-Philosophie und unserer transparenten Herstellmethoden ist die neue „gläserne Lackiererei“ eines der Highlights in Markneukirchen. Hier werden die einzigartigen Instrumente für jedermann sichtbar lackiert und oberflächenbehandelt, bevor sie ihre Reise zu den bekanntesten Musikern unserer Zeit antreten“ umschreibt der Inhaber des familiengeführten Unternehmens Hans-Peter Wilfer seine jüngste Investition.

Die Qualität hat hierbei höchste Priorität und Warwick-Designs sind schon heute Klassiker, die den benötigten Zeitgeist und Innovation nicht missen lassen.

Custom Shop Modelle, ausgefallene Holz-, Pick up- und Farbvarianten, sowie unterschiedliche Finishs sind Beispiele der Einzel- und Maßanfertigungen, die Warwick weltweit bekannt gemacht haben. Da Warwick ausschließlich edle Hölzer verwendet, wird dem Umweltschutz und nachhaltigem Handeln höchste Priorität eingeräumt. Neben den ökologischen Aspekten stand die höchstmögliche Oberflächenqualität im Fokus. Dies war der Anlass, massiv in die Lackiererei zu investieren.

Für dieses Projekt nahm der Instrumentenbauer mit dem Anlagenhersteller LUTRO aus Leinfelden-Echterdingen Kontakt auf. Dieser bot eine Komplettlösung an, welche die erklärte Zielsetzung von Warwick erfüllte und eine überzeugende Anlagentechnik zur Optimierung der vorbereitenden Lackierarbeiten, eine verbesserte Lackqualität im Ergebnis, optimale Arbeitsbedingungen in der Lackierkabine, eine höchstmögliche Flexibilität bei der Raumaufteilung für die Lackierung der individuellen Bassgitarren und eine zukunftsfähige Umwelt- und Energiespartechnik offerierte.

Eine Herausforderung für die LUTRO-Konstrukteure, der sie sich mit Begeisterung stellten.

Das neue Lackierzentrum besteht aus zwei Lackierkabinen mit den Abmessungen 5,5 m Länge, 3,5 m Breite und 3 m Höhe. Die beiden Kabinen sind durch ein Zwischentor, ausgeführt als Sektionaltor, getrennt, und sind unterteilt als zwei Kabinen oder als eine große Kabine mit einer Arbeitsfläche von rund 60 m² nutzbar.

Um die Lackieranlage möglichst flexibel bestücken zu können, sind die Kabinen durch zwei seitliche Sektionaltore, die sensorgesteuert öffnen, begehbar.

Für die optimale Positionierung der Gitarrenbodies wurden Aufhängeschienen zwischen den Filterdecken in der Kabinenmitte mit Laufschiene und zwei verfahrbaren Laufwagen zum Anhängen der Gitarren integriert.
 
Einen exponierten Stellenwert hat die moderne, effiziente und umweltfreundliche Kabinenbeheizung. Diese ist als bivalente Beheizung ausgeführt, d. h. es kann mit Erdgas, bzw. Warmwasser beheizt werden. Je nach Auslastung der umweltfreundlichen Holzschnitzelheizung wird die Lackieranlage primär mit Warmwasser und zur Abdeckung der Spitzenlast zusätzlich mit Gasflächenbrenner beheizt.

Ein besonders hoher Wirkungsgrad lässt sich durch die Beheizung der Kabine mit Gasflächenbrennern erzielen. Die Vorteile sind kürzeste Aufheizzeiten, präzise Temperaturrege-lung von ± 1°C, keine Temperaturschwankungen durch modulierende Brennertechnologie, geringstmögliche Emissionen.

Gegenüber den herkömmlichen Beheizungssystemen z. B. mit Öl- oder Gasgebläsebrennern ist eine Energieeinsparung von bis zu 20 % zu realisieren.

Insbesondere durch die kurzen Aufheizzeiten und die genaue Temperaturregelung gelingt es. das optimale Lackverarbeitungsfenster exakt einzuhalten und die Kabinen dabei nur so weit aufzuheizen, wie es notwendig ist. So kann der Energiebedarf für die Erwärmung der Kabinenluft effektiv gesenkt werden.

Frequenzumformer sorgen für eine optimierte Ventilatorenleistung. Durch die Frequenzregelung wird die Drehzahl der Elektromotoren reguliert – auf diese Weise entfallen hohe Anlaufströme und Stromspitzen.

Die Drehzahlen werden je nach Bedarf kontrolliert und geregelt. Bei jedem Arbeitsschritt wie Spritzen oder Zwischentrocknen wird die die Luftleistung bedarfsgerecht gesteuert. Bei Unterbrechung des Spritzbetriebes, bspw. bei Bestückung der Kabine, fährt die Lackieran-lage automatisch auf Sparbetrieb bei einer Leistung von ca. 30 - 40 % der Gesamtluftleistung. Die Anlage verbraucht daher entsprechend weniger Strom- und Heizenergie.

Die Lackieranlage wird durch eine hochmoderne, übersichtliche und funktionelle Steuerung geregelt. Durch die benutzerfreundliche Bedieneroberfläche mit Touchscreen ist die Anlage einfach zu bedienen.

Intuitiv und sicher wird der Anlagenbediener durch die einzelnen Prozessabläufe geführt und das intelligente Energiesparmanagement sichert eine optimale Energieausnutzung während des gesamten Lackierprozesses.

Da die Instrumentenkörper der Bassgitarren keine große Luftverdrängung haben, wurde eine hohe Luftsinkgeschwindigkeit mit laminarer Luftbewegung in der Kabine realisiert, um das schnelle Erfassen und Filtern des Oversprays zu gewährleisten und bestmögliche Lackierergebnisse zu erzielen. Für die optimale Trocknung und Ablüftung der speziellen Lacksysteme steht ein zusätzlicher Konvektionstrockner mit Umluftbetrieb zur Verfügung.

„Bei Warwick kommen wasserlösliche UV Lacke in Einsatz, sowohl bei der Grundierung, als auch bei den Decklacken, für das gesamte Instrument und sind damit der erste Hersteller der dieses Verfahren umgesetzt hat,“ erläutert Hans-Peter Wilfer.  „Kein anderer Hersteller ist aktuell technisch auf der ganzen Welt in der Lage das zu realisieren. Mitbwerber verwenden UV Lacke nur als Grundlack bzw. Zwischenlack aber nicht für den Oberflächen-Lack ganz zu schweigen das Sie Farben oder Schattierungen mit UV Lack hinbekommen, und schon gar nicht mit einen Wasserlöslichen UV-Lack.“

Für die Trocknung der eingesetzten umweltfreundlichen UV-Lacke steht ein von Sturm ge-lieferter UV-Trockner zur Verfügung, welcher die Gitarren in maximal 60 Sekunden trocknet.

„Nachdem die Warwick-Bässe und Framus-Gitarren ihr Design mit Basislack erhalten haben, wird dieser durch den Auftrag von mehreren UV-Klarlackschichten geschützt. Der Vorteil liegt hierbei in den extrem kurzen „Trocknungszeiten. Im zentral positionierten UV-Trockner härtet der UV-Lack mittels modernster Technik mit Hilfe von UV-Licht binnen Minuten vollständig aus“ so beschreibt freudig Sebastian Gehrisch, Leiter Abteilung Lacquering bei Warwick, den Prozess.

Nach diesem Bestrahlungsvorgang ist der Lack zu 100 % ausgehärtet und kann sofort zwischengeschliffen oder als fertig lackiertes Instrument dem Aufbau zugeführt werden.

Nach der Lackierung und Trocknung erhält die Oberfläche das abschließende Finish in einem speziellen Polierraum.

Teilweise werden die Gitarren in verschiedenen Farbtönen metallisiert – hierzu steht eine spezielle Metallisierungskabine zur Verfügung.

Durch diese innovative Anlagentechnik wird es möglich, ein perfekt klingendes Musikinstrument mit hauchdünner Lackoberfläche energiesparend und umweltschonend herzustellen, die ihrerseits resistenter gegen unliebsame Kratzer ist, als herkömmlich wesentlich dicker aufgetragene Lackschichten mit herkömmlichen Klarlacken.

So vermag ein Warwick-Bass oder eine Framus-Gitarre mit ein bisschen Pflege auch nach Jahren intensivsten Einsatzes noch immer wie am ersten Tag zu erstrahlen und den unverwechselbaren „Sound of Wood“ beizubehalten.

 

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